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Wenn Sie sich heutzutage Maschinenanlagen anschauen, begegnet Ihnen unweigerlich der Ausdruck "State-of-the-Art-Technology". Bei Mail-Well Label wissen Werksleiter Guy Leger und Fertigungsleiter Claude Jean allerdings, dass Technologie weniger einen "Status" als einen Prozess kontinuierlicher Entwicklung darstellt. In diesem Sinne galt es zu modifizieren, zu leiten und voranzutreiben. So wurden sie das technologische Flaggschiff von Lawson Mardon Label. Lawson Mardon Label unterhält in Nordamerika sechs Druckereien. Dazu zählen die Werke ehemaliger Firmen wie Lawson Mardon Pacific, Widmeyer, Montreal Lithographing und Crocker, die auch heute noch eine recht große Eigenidentität wahren. Unter dem Dach von Lawson Mardon Label spezialisiert sich jeder Betrieb jetzt jedoch auf besondere Produkte - für besondere Märkte. Bis vor wenigen Jahren erhielt Mail-Well Label viele Aufträge von kleineren lokalen Kunden. Heute produziert Mail-Well Label ausschließlich Spezialprodukte für das obere Segment der Getränke- und Nahrungsmittelindustrie. Neben drei Bogenmaschinen produziert das Unternehmen auf einer von RDP Marathon entwickelten LG-200 Hybridmaschine bis zu zehn Farben, einschließlich Mehrfachlackierungen, in einem Arbeitsgang. Die Konfiguration umfasst 10 Druckeinheiten, sowohl Offset- als auch Tiefdruck, und ist zusätzlich für Flexodruck ausgelegt. Laut Guy Leger hat die Ausrichtung auf internationale Unternehmen mit weltweit anerkannten Marken und Vertrieb den Schwerpunkt auf Spezialprodukte weiter vertieft. Claude Jean erklärt, dass an ihre Firma immer große Anforderungen gestellt werden, um in kurzer Zeit neue Produktionstechniken zu präsentieren. Die Kunden seien nur schwer zufrieden zu stellen, so Leger. Ein Druckverfahren allein reicht nicht mehr aus, um allen Anforderungen zu entsprechen, daher informierte Mail-Well Label sich über Kombinations-Maschinen. Die Suche nach einer PlattformDie Suche nach der richtigen Maschine war langwierig und dauerte mehrere Jahre. Jean, der in diesem Rahmen viel reiste, erinnert sich: "Unser Ziel war es, mehrere Arbeitsgänge zu vermeiden, höchstmögliche Qualität zu erzielen und das Volumen zu erhöhen. Wir berücksichtigten jedes Druckverfahren und jeden Maschinenhersteller: Offset, Buchdruck, Tiefdruck, Flexo. Wir fragten bei Herstellern an, ob man uns eine Anlage fertigen konnte, die unseren Vorgaben entspricht." "Ich wurde oft komisch angeschaut", erklärt Jean. "Einige Hersteller zeigten zwar mehr Verständnis als andere, aber wer kann sich denn schon eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung leisten, die eine derart hohe Kundenanpassung anbieten kann?" Bei den anfänglichen Anfragen ging es zwar immer um Bogenmaschinen, aber auch schon zu jener Zeit rückten schmale Bahnbreiten in den Vordergrund, und man erkannte schnell, dass Rollendruck das größte Potential bot. Da RDP Marathon ursprünglich Hersteller von Geschäftsformularen und Werbedrucksachen betreute, kannte Mail-Well Label den Maschinenhersteller natürlich nicht. Als RDP sich mit Mail-Well Label in Verbindung setzte, besprach man die Anforderungen, tauschte Ideen aus und schon begann die Konzeption einer neuen Maschine. Mehr als eine Plattform"Wir benötigten komplexere Leistungsmerkmale als RDP damals anbot, wie zum Beispiel eine bessere Farbverteilung", erläuterte Jean. "Und hier kamen die technischen Fähigkeiten von RDP zum Tragen." Schlüssel zum Erfolg der neuen Maschine waren die von RDP entwickelten Anbindungsmöglichkeiten, die eine Kombination von Offset- und Tiefdruckverfahren erlauben. RDP verwendet Tiefdruckeinheiten des Herstellers W R Chesnut Engineering aus Fairfield, New Jersey, einem seit vielen Jahren führenden Anbieter derartiger Technologien für schmalbahnige Rollenmaschinen. Die Tiefdruckeinheiten wurden mit Flexoeinschüben spezifiziert, obwohl auch die Offseteinheiten für Flexodruck ausgelegt sind. Mail-Well Label nutzt den Flexodruck hauptsächlich für Lackierungen. Ein weiterer Erfolgsfaktor war das offenen System der Steuerung. RDP Marathon verwendet das komplette Soft- und Hardwarepaket von Honeywell Oy aus Finnland. Honeywell ist ein unabhängiger Entwickler von Maschinensteuerungen für Highend-Anwendungen und konzipierte ein umfassendes System, mit dem Mail-Well Label nicht nur das Produkt überprüfen, sondern den kompletten Prozess kontrollieren bzw. steuern kann. Dieses System beinhaltet auch eine Farbsteuerung in geschlossenem Regelkreis von Aldec, das die Farbdichte während des Produktionslaufs bei jeder Umdrehung misst und regelt. Mail-Well Label arbeitete eng mit Honeywell zusammen, um sicherzustellen, dass das System auch vor Ort modifiziert werden kann. Heute kann ein Elektroniker von Mail-Well Label Modernisierungen oder Erweiterungen entwickeln und implementieren. Die ÜbergangsphaseEs wurden
hohe Anforderungen an das Maschinenpersonal gestellt, da man nur
Bogenproduktion gewohnt war und sich deshalb im Kopf auf Rollenproduktion
umstellen mußte. Leger verlangte jedoch genau das und hielt es für nicht
sinnvoll, eine neue Maschinencrew einzustellen. Der gute Name für Qualität
und Service beginnt bei den Maschinenbedienern, denn sie kennen die Kunden.
Einige Elemente erleichterten die Umstellung sehr, unter anderem der
Kontrollraum und das Vermeiden des beim Bogendruck auftretenden Staubes durch
Druckbestäubungspuder. Die komplett mit Software angetriebene Maschine
arbeitet absolut zuverlässig. Die Mitarbeiter von RDP gaben sich auch nicht
mit der Lieferung der Anlage allein zufrieden und gingen nicht einfach zum
nächsten Projekt über. RDP und Mail-Well Label entwickeln immer noch
gemeinsam weiter. Künftig wird man den Schwerpunkt zunehmend auf Spezialprodukte legen. Die Vertriebsmitarbeiter verkaufen bereits erfolgreich die neuen Produktionsmöglichkeiten von Mail-Well Label, und Leger erwartet, dass Neukunden etwa ein Drittel der Produktion generieren werden. Jede neue Maschine stellt eine gewaltige Investition dar, aber Mail-Well Label investierte noch mehr Zeit und Energie, um genau die Maschinentechnologie zu spezifizieren, die ihre Ziele am besten erfüllt. "Wir werden sicherlich immer komplexere Etiketten produzieren, aber das ist nur der Anfang", so Jean. "Die Maschine eignet sich auch für wasserlosen Druck, mit dem wir unseren Kunden einen neuen Qualitätsstandard anbieten können. Man muss nur wissen, für welche Produkte die Maschine eingesetzt werden soll. Das bietet uns ein zusätzliches Leistungsmerkmal, und wenn wir etwas drucken können, was die Konkurrenz nicht kann, gewinnen wir entscheidende Wettbewerbsvorteile." Mail-Well Label ist mit den neuen technischen Möglichkeiten so zufrieden, dass der Installationsbereich groß genug geplant wurde, um eine zweite Rotation unterzubringen.
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